Backgammon Aufbau — Wie stellst du das Brett auf?
Der Aufbau eines Backgammon-Bretts steht mathematisch seit fast dreihundert Jahren fest — kodifiziert von Edmond Hoyle in seinem Short Treatise on the Game of Back-Gammon von 1743 und seitdem im internationalen Turnierspiel unverändert. Jeder Spieler beginnt mit genau 15 Steinen, verteilt auf vier Punkte eines Bretts mit 24 Punkten. Der Pip-Count zu Beginn beträgt 167 auf beiden Seiten. Die Aufstellung ist symmetrisch: Die Startaufstellungen beider Spieler sind Spiegelbilder voneinander.
Diese Seite ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung. Die kompletten Spielregeln — Zugmechanik, Schlagen, Auswürfeln, der Verdopplungswürfel — findest du auf der Regel-Seite. Für regionale Varianten mit abweichendem Aufbau siehe die Links unten.
1. Das Brett: was du vor dir hast
Ein Backgammon-Brett ist ein langes rechteckiges Spielfeld, geteilt in vier Quadranten durch eine erhöhte Mittelleiste — die Bar. Jeder Quadrant enthält sechs schmale dreieckige Punkte, zusammen also 24 Punkte rund um die Spielfläche.
Die vier Quadranten sind:
| Quadrant | Aus deiner Sicht | Enthält die Punkte |
|---|---|---|
| Dein Heimfeld | Der Quadrant dir am nächsten, auf einer Seite | Punkte 1 bis 6 |
| Dein Außenfeld | Der Quadrant dir am nächsten, auf der anderen Seite | Punkte 7 bis 12 |
| Außenfeld des Gegners | Der entfernte Quadrant auf deiner Seite | Punkte 13 bis 18 |
| Heimfeld des Gegners | Der entfernte Quadrant auf der anderen Seite | Punkte 19 bis 24 |
Die Bar in der Mitte trennt die Heimfelder von den Außenfeldern. Die Auswurf-Schalen liegen am Außenrand jedes Heimfelds.
Zur Brett-Orientierung. Beide Seiten des Bretts können als Heimfeld dienen — die Konvention wird zu Spielbeginn festgelegt und ist rein visuell. Manche Bretter haben ein asymmetrisches Innenmuster, das eine feste Orientierung nahelegt; die meisten nicht. So oder so: Die Startaufstellung ist symmetrisch, also spielt links oder rechts keine Rolle für die Stellung.
2. Die Stein-Platzierung: 15 Steine in 4 Stapeln
Jeder Spieler stellt 15 Steine in seiner eigenen Farbe folgendermaßen auf. Lies die Punkte aus deiner eigenen Sicht, mit Punkt 1 in der Ecke am nächsten bei dir und Punkt 24 in der entfernten Ecke gegenüber:
| Punkt | Stapelgröße | Wo er steht | Strategische Bezeichnung |
|---|---|---|---|
| 24-Punkt | 2 Steine | Entfernte Ecke — Heimfeld des Gegners | Die hinteren Steine |
| 13-Punkt | 5 Steine | Mitte des gegnerischen Außenfelds | Der Mittelpunkt |
| 8-Punkt | 3 Steine | Eigenes Außenfeld | Anker im Außenfeld |
| 6-Punkt | 5 Steine | Hinterer Teil des eigenen Heimfelds | Anker im Heimfeld |
Insgesamt: Steine ✓
Die Aufstellung des Gegners ist das exakte Spiegelbild. Mit beiden Aufstellungen auf dem Brett siehst du: zwei Stapel auf jedem 24-Punkt (die hinteren Steine jeder Seite), zwei Fünferstapel auf jedem Mittelpunkt, zwei Dreierstapel auf jedem 8-Punkt, und zwei Fünferstapel auf jedem 6-Punkt.
3. Stehst du richtig? Der Pip-Count zu Beginn
Um zu prüfen, ob deine Steine korrekt stehen, zählst du deinen Pip-Count — die gesamte Distanz in Pips, die nötig ist, um alle 15 Steine ums Brett herum und vom Brett herunter zu spielen. Aus der Standard-Startstellung:
Kommt dein Pip-Count auf irgendetwas anderes als 167, steht irgendwo ein Stein falsch. Die Zahl ist für beide Spieler gleich, weil die Startaufstellung symmetrisch ist.
4. Die Bewegungsrichtung
Beide Spieler ziehen ihre Steine in entgegengesetzte Richtungen über das Brett — vom eigenen 24-Punkt Richtung eigenen 1-Punkt und vom Brett herunter in die eigene Auswurf-Schale.
- Spieler A (manchmal "Weiß" oder der untere Spieler) zieht seine Steine gegen den Uhrzeigersinn über das Brett — vom 24-Punkt über die 18-, 13-, 12-, 7-, 6-Punkte und heraus.
- Spieler B (der obere Spieler oder "Schwarz") zieht im Uhrzeigersinn — vom eigenen 24-Punkt über die eigenen 18-, 13-, 12-, 7-, 6-Punkte und heraus.
Jeder Spieler nummeriert die Punkte aus seiner eigenen Sicht. Der 1-Punkt von Spieler A ist physisch derselbe Punkt wie der 24-Punkt von Spieler B. Diese doppelte Nummerierung ist wichtig zu wissen beim Lesen von Partie-Notation — jeder Zug wird aus Sicht des ziehenden Spielers notiert.
5. Ausrüstungs-Checkliste
Vor Spielbeginn brauchen beide Spieler:
| Ausrüstungsteil | Anzahl | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Backgammon-Brett | 1 | Standard-24-Punkte-Brett mit Mittelleiste. Turnierbretter sind 45–55 cm breit. |
| Steine | 30 (15 pro Spieler) | Scheibenförmig, in unterscheidbaren Farben. Standardgröße: 3–4 cm Durchmesser. |
| Würfel | 4 (2 pro Spieler) | Zwei sechsseitige Würfel pro Spieler, mit Würfelbecher. |
| Würfelbecher | 2 (1 pro Spieler) | Erforderlich für Turnierspiel. Standardfertigung; keine Innenrillen, die den Wurf beeinflussen. |
| Verdopplungswürfel | 1 | Sechsseitiger Würfel mit den Zahlen 2, 4, 8, 16, 32, 64. Zu Beginn in der Mitte auf der Bar platziert. |
Im Gelegenheitsspiel wird der Würfelbecher manchmal weggelassen (dann würfelst du aus der Hand). Bei jedem gewerteten, aufgenommenen oder Geld-Match nutzen beide Spieler einen Becher.
6. Die Startstellung visuell
Hier die Startaufstellung schematisch. Die obere Reihe ist die Seite des Gegners (Punkte 13–24 aus deiner Sicht); die untere Reihe ist deine Seite (Punkte 1–12). Die Zahlen in den Zellen geben die Steinanzahl für den Spieler, dessen Heimfeld auf dieser Seite liegt. Die Bar trennt die Grenze 6/7 auf beiden Seiten.
13 14 15 16 17 18 | 19 20 21 22 23 24
┌────┬────┬────┬────┬────┬────┼────┬────┬────┬────┬────┬────┐
│ ●5 │ │ │ │ │ ○3 │ │ │ │ │ │ ○2 │
│ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │
│ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │
│ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │
│ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │
├────┼────┼────┼────┼────┼────┼────┼────┼────┼────┼────┼────┤
│ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │
│ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │
│ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │
│ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │ │
│ ○5 │ │ │ │ │ ●3 │ │ │ │ │ │ ●2 │
└────┴────┴────┴────┴────┴────┴────┴────┴────┴────┴────┴────┘
12 11 10 9 8 7 | 6 5 4 3 2 1
(● steht für einen Spieler, ○ für den Gegner. Die Zahlen geben die Stapelgröße auf dem Punkt an.)
- Deine Steine (●): 5 auf deinem 6-Punkt, 3 auf deinem 8-Punkt, 5 auf deinem 13-Punkt (Mittelpunkt), 2 auf deinem 24-Punkt (hintere Steine).
- Die Steine des Gegners (○): das Spiegelbild.
7. Häufige Aufbau-Fehler
Fünf Fehler, die Anfängern oft passieren — oder Spielern, die nach langer Pause wieder einsteigen:
-
Den Mittelpunkt und den 8-Punkt vertauschen. Der 13-Punkt (Mittelpunkt) hat 5 Steine; der 8-Punkt hat 3. Anfänger drehen das manchmal um — der Pip-Count stimmt dann zwar (wenn beide Stapel falsch sind), aber die Stellung ist verkehrt.
-
4 statt 5 Steine auf dem 6-Punkt. Der 6-Punkt ist einer der beiden Fünferstapel. Nur vier Steine darauf ergibt eine 14-Stein-Stellung, was nach ein paar Zügen auffällt — aber dann ist die Verwirrung schon da.
-
Die hinteren Steine am falschen Platz. Die zwei hinteren Steine kommen auf den 24-Punkt (die Ecke diagonal gegenüber der Auswurf-Ecke), nicht auf den 23- oder 1-Punkt.
-
Auf der falschen Brettseite aufbauen. Wenn du gegen jemanden spielst, müsst ihr vorher festlegen, welche Seite das Heimfeld von Spieler A und welche das von Spieler B ist, bevor ihr die Steine aufstellt. Stellen beide ihr Heimfeld auf dieselbe Seite, sieht der Aufbau zwar symmetrisch aus — aus dieser Konfiguration lässt sich aber keine Partie spielen.
-
Den Verdopplungswürfel vergessen. Der Verdopplungswürfel liegt zu Beginn in der Mitte des Bretts, oben auf der Bar, mit der 64 nach oben (das steht für den Multiplikator 1 in der Anfangsstellung). Er gehört in keine Auswurf-Schale.
8. Regionale Varianten und ihre Aufbauten
Mehrere Backgammon-Varianten nutzen abweichende Startaufstellungen. Jede ist auf einer eigenen Seite dokumentiert (Englisch):
- Tavla — Türkisches Backgammon. Die Hauptform (Uzun Tavla) nutzt dieselbe Standardaufstellung; Varianten wie Kırık Tavla und Gül Bar haben abweichende Regeln, aber denselben physischen Aufbau.
- Hypergammon — 3-Steine-Schnellvariante. Jeder Spieler beginnt mit nur 3 Steinen auf den 22-, 23- und 24-Punkten.
- Nackgammon — Moderne Variante von Nack Ballard, mit aufgeteilten hinteren Steinen auf den 23- und 24-Punkten.
Für die griechischen Tavli-Varianten (Portes, Plakoto, Fevga): Portes nutzt dieselbe Aufstellung wie Standard-Backgammon; Plakoto und Fevga nutzen eine Aufstellung mit allen 15 Steinen auf einem Punkt — beschrieben auf der Regel-Seite unter "Regionale Varianten".
Für die russische Lange-Nardi-Aufstellung (alle 15 Steine auf dem 24-Punkt, strikt blockierende Mechanik, kein Schlagen) — siehe ebenfalls die regionalen Varianten auf der Regel-Seite.
9. Nach dem Aufbau: was kommt jetzt?
Steht das Brett richtig, wird der erste Zug ermittelt, indem jeder Spieler einen einzelnen Würfel wirft. Die höhere Zahl spielt zuerst und nutzt die Kombination beider Würfel als Eröffnungszug. Pasche (zwei gleiche Zahlen) bei diesem Eröffnungswurf werden im Turnier neu geworfen.
Die kompletten Regeln zu Bewegung, Wertung (Gammon, Backgammon), Cube-Aktionen und Match-Play inklusive Crawford- und Jacoby-Regel findest du auf der Regel-Seite. Für die strategische Priorität jedes Eröffnungswurfs siehe Strategie. Für die mathematischen Grundlagen wie den 167er-Pip-Count siehe Mathematik.
Siehe auch
- Backgammon-Regeln — die kompletten Regeln.
- Strategie — alle fünfzehn Eröffnungswürfe und ihre kanonischen Züge.
- Mathematik — Pip-Count, Race-Equity und die Herleitung der 167.
- Backgammon online — das Manifest für die neue Plattform.